Zu den häufigsten Fragen im strafrechtlichen Alltag gehört: „Wie zeige ich jemanden an?“ Viele Mandanten aus Dingolfing, Landau, Landshut und der gesamten Region Niederbayern stehen erstmals vor einer Straftat und sind unsicher, wie sie sich richtig verhalten sollen. Hierbei handelt es sich meistens um Diebstahl, Körperverletzung, Betrug oder Beleidigung. Der folgende Beitrag erklärt, wie man eine Strafanzeige erstattet, welche Rechte und Pflichten bestehen und worauf man unbedingt achten sollte, um den eigenen Fall nicht zu gefährden.

 

1. Was bedeutet eine Strafanzeige?

a) Gesetzliche Grundlage

Die Strafanzeige ist die formelle Mitteilung eines Sachverhalts, der möglicherweise eine Straftat darstellt. Eine allgemeine Vorschrift lautet § 158 Abs. 1 StPO:
„Eine Straftat kann bei der Staatsanwaltschaft, bei der Polizei oder bei dem Amtsgericht angezeigt werden.“

Jede Person kann eine Strafanzeige erstatten, unabhängig davon, ob sie selbst betroffen ist oder nicht.

b) Wichtig: Anzeige vs. Strafantrag

Viele Straftaten werden von Amts wegen verfolgt (z. B. Körperverletzung, Diebstahl). Bei bestimmten Delikten – den sogenannten Antragsdelikten muss zusätzlich ein Strafantrag gestellt werden. Dies kann nur ein eingeschränkter Personenkreis, die sogenannten Antragsberechtigten (§§ 77 ff. StGB), z. B. bei:

  • Beleidigung

  • Hausfriedensbruch

  • einfache Körperverletzung (wenn kein besonderes öffentliches Interesse besteht)

Ohne formgerechten Strafantrag kann die Staatsanwaltschaft das Verfahren einstellen.

 

2. Wie zeige ich jemanden an? – Schritt-für-Schritt-Anleitung

2.1. Wo kann ich eine Strafanzeige erstatten?

Wie zeige ich jemanden an? In Dingolfing und Umgebung stehen folgende Stellen zur Verfügung:

  • Polizeiinspektion Dingolfing

  • Jede andere Polizeidienststelle in Bayern (z. B. Landau, Landshut)

  • Staatsanwaltschaft Landshut

  • Amtsgericht Dingolfing als Rechtsantragsstelle

Eine Anzeige kann persönlich, telefonisch oder schriftlich erfolgen; rechtssicher und dokumentiert ist meist die schriftliche oder persönliche Form.

2.2. Welche Angaben gehören in die Strafanzeige?

Für eine rechtlich belastbare Anzeige sollten folgende Informationen enthalten sein:

  1. Wer? – Angaben zur Person des Anzeigeerstatters

  2. Gegen wen? – Name des Beschuldigten, falls bekannt

  3. Was ist passiert? – genaue, chronologische Schilderung

  4. Wann? – Datum und Uhrzeit

  5. Wo? – Tatort (z. B. Innenstadt Dingolfing, Bahnhof, Privatgrundstück)

  6. Beweise und Zeugen – Fotos, Dokumente, Chatverläufe, Namen von Zeugen

  7. Schaden oder Verletzungen – ärztliche Befunde, Kostennachweise

Die Polizei nimmt den Sachverhalt auf und erstellt eine Strafanzeige mit Aktenzeichen.

2.3. Was passiert nach der Anzeige?

Nach § 160 StPO klärt die Staatsanwaltschaft den Sachverhalt. Typischer Ablauf:

  1. Prüfung des Anfangsverdachts

  2. Ermittlungen durch die Polizei

  3. Zeugenbefragungen, Tatortsicherung, Gutachten

  4. Abschlussbericht

  5. Entscheidung der Staatsanwaltschaft über Antrag auf:

    • Anklageerhebung

    • Strafbefehl

    • Einstellung

 

3. Typische Situationen aus der Praxis in Dingolfing

a) Körperverletzung nach einer Auseinandersetzung

Besonders häufig melden sich Mandanten nach Streitigkeiten bei Volksfesten, Vereinsfeiern oder in Gaststätten. Diese stellen die Frage: Wie zeige ich jemanden an?. Hier ist es jedoch zuerst wichtig, sofort ärztliche Dokumentationen einzuholen und Zeugen zu sichern, bevor man eine Anzeige stellt. 

b) Betrug im Onlinehandel

Viele Fälle betreffen Betrug über Kleinanzeigenportale. Hier zählt insbesondere die Beweissicherung (Chats, Banküberweisungen).

c) Nachbarschaftsstreit – Beleidigung, Nötigung, Sachbeschädigung

Hier handelt es sich oft um Antragsdelikte: Ohne fristgerechten Strafantrag (drei Monate, § 77b StGB) passiert nichts.

 

4. Beispiel aus der Praxis: Strafanzeige wegen Betrugs

Ein Mandant kaufte über ein Onlineportal ein Smartphone, bezahlte per Überweisung und erhielt nie Ware. Die Polizei Dingolfing nahm die Anzeige auf. Dank vollständiger Unterlagen (Zahlungsbeleg, Nachrichtenverlauf, Verkaufsanzeige) konnten Ermittler die IP-Adresse und den Täter identifizieren. Die Staatsanwaltschaft Landshut erließ später einen Strafbefehl gemäß § 263 StGB (Betrug).

 

5. Welche Fehler sollte man unbedingt vermeiden?

a) Unvollständige oder widersprüchliche Angaben

Fehlerhafte Angaben schwächen die Glaubwürdigkeit. Notizen direkt nach dem Vorfall können helfen.

b) Beweise nicht sichern

Chats löschen sich automatisch, Kameraaufnahmen werden überschrieben. Sofort sichern und bei Anzeigenerstattung möglichst vorlegen.

c) Zu lange warten

Fristen, insbesondere bei Antragsdelikten, verstreichen schnell.

d) Selbstjustiz

Eigene Nachforschungen oder Konfrontationen können strafrechtlich gegen Sie verwendet werden (z. B. Hausfriedensbruch, Nötigung).

e) Keine anwaltliche Beratung einholen

Ein erfahrener Strafverteidiger kann helfen, Fehler zu vermeiden und den Fall strategisch richtig aufzubereiten und für Sie Anzeige erstatten.

6. Sollte man nach einer Anzeige einen Anwalt einschalten?

a) Als Anzeigeerstatter

Wie zeige ich jemanden an? und wie hilft mir ein Anwalt dabei:

  • Formulierung einer präzisen Anzeige

  • Stellung eines wirksamen Strafantrags

  • Akteneinsicht (§ 406e StPO) über Opferanwalt

  • Geltendmachung von Schadensersatz und Schmerzensgeld

b) Als Beschuldigter

Wenn Sie selbst eine Vorladung der Polizei Dingolfing oder ein Schreiben der Staatsanwaltschaft erhalten haben, gilt:

  • Keine Aussage ohne Anwalt!

  • Anwalt prüft Aktenlage und entwickelt eine Verteidigungsstrategie

  • Frühzeitige Kommunikation mit Polizei oder Staatsanwaltschaft kann oft zu einer Einstellung des Verfahrens führen

 

7. Fazit – Wie zeige ich jemanden an?

Eine Strafanzeige ist rechtlich unkompliziert, aber inhaltlich anspruchsvoll. Wer alle Schritte korrekt geht, Beweismittel sichert und Fristen beachtet, verbessert die Chancen auf eine erfolgreiche Strafverfolgung erheblich. Gerade in komplexeren Fällen empfiehlt sich anwaltliche Unterstützung, um Fehler zu vermeiden und die eigenen Rechte konsequent zu schützen.

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Hinweis: Der Beitrag wurde teilweise mit KI erstellt.